Krebsouvertüre
Tanngrün
Milchsud dort geronnen,
Därme hier nicht mehr recht halten.
Wo Fleisch zu Klumpen sich gesponnen,
drängt Gesang aus Riss und Spalten.
Seit' an Seit' zerfallne Schritte
trällern alte Operetten,
vom Lustempfang der Leibesmitte
in eignen und in fremden Betten.
Einst das Lied sündhafter Lüste,
heut verzerrtes Brunftgesänge.
Kein Kind mehr stillen faule Brüste,
Mettgeschwulst auf Leibeslänge.
Krösig Lungen bluten leise,
spielt der Cancer flott Spinett,
und das spielt er schön und weise
mit Milz und Leber im Terzett.
© Daniela Wegert
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